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  Wir werden hin und wieder auf den Leberanteil in mit InstinctsTC zubereitetem Futter angesprochen. Wir
  empfehlen in unserem Rezept, auf 900 g Fleisch 100 g frische Leber zu füttern. Dies hat sich seit vielen
  Jahren bewährt und überdies seinen Grund, auf den wir in den nachfolgenden Zeilen eingehen möchten,
  da
offenbar Unsicherheit in Bezug auf eine mögliche Überversorgung mit Vitamin A besteht, die wir jedoch
  nicht nachvollziehen können.
 
Bitte bedenken Sie, frische Leber hat wesentlich mehr zu bieten, als lediglich Vitamin A. Daher sollte man
  nicht
nur einen einzelnen Nährstoff oder Nahrungsbestandteil aus der gesamten Ration herausgreifen, ohne
  die Bedeutung der anderen Bestandteile bei der Beurteilung mit einzubeziehen. Nachfolgend möchten
  wir jedoch lediglich auf die Bedeutung von Vitamin A eingehen und Ihnen anhand einiger Beispiel aus
  einschlägiger Fachliteratur darlegen, ab wann eine Überversorgung mit Vitamin A überhaupt gegeben ist.



  In Bezug auf die Ernährung von Katzen ist Vitamin A (Retinol) wohl das wichtigste Vitamin und muss in 
  der Zusammenstellung hausgemachter Mahlzeiten unbedingt berücksichtigt werden. Katzen benötigen
  vorgeformtes Vitamin A, da ihnen das erforderliche Enzym fehlt, um
ß-Karotine zu spalten. Katzen sind
  deshalb darauf angewiesen, dieses Vitamin aus tierischer Nahrung aufzunehmen. Dies ist eine der 
  Besonderheiten des Nährstoffbedarfes von Katzen, dem wir Sorge tragen müssen.

  Der Vitamin A Gehalt von Futtermitteln weist große Unterschiede auf und es finden Verluste über
  Verarbeitung und Lagerung statt. Vitamin A ist sehr empfindlich gegenüber Sauerstoff, Säure und Licht
  toleriert jedoch Erhitzung.
Natürlich reich an Vitamin A sind tierische Lebensmittel insbesonders Leber und 
  Fischöle (Lebertran), Milch und Eier.
  Vitamin A ist für eine Reihe von Körperfunktionen notwendig, so z.B. ein normales Sehvermögen,
  Knochen- und Muskelwachstum, das Immunsystem, Fortpflanzug und Erhaltung gesunden Körpergewebes.




     10 g Leber mit einem Apfel zum Größenvergleich









  Modell Maus
  Nehmen wir einmal die natürliche Beute einer Katze als Vorlage bzw. Modell, lernen wir folgendes. Das     
  Durchschnittsgewicht einer Maus beträgt ca. 28 g.
Die Leber einer erwachsenen Maus wiegt im Durch-
  schnitt 2 g, dass sind 7% ihres Körpergewichtes.
Würde eine Wildkatze ca.140 g Beute am Tag verzehren   
  würde sie insgesamt 10 g rohe Leber täglich verzehren.
  Wenn Sie eine Mahlzeit für Ihre Samtpfote nach unserem Rezept mit InstinctsTC zubereiten, enthält eine
  einzelne 140 g Mahlzeit 10 Gramm Leber (7% der Gesamtportion).
  Der Vitamin A Gehalt der natürlichen Nahrung der Katze ist relativ hoch. So sind in 1000 gramm
  Maus 20.000 - 30.000 IE Vitamin A enthalten.1)


  
   Hypervitaminose A - Die Menge macht´s
  Vitamin A gehört zu den fettlöslichen Vitaminen und wird hauptsächlich in der Leber gespeichert.
  Eine Überdosierung von Vitamin A, in der Fachwelt auch Hypervitaminose A genannt, entwickelt sich
  bei ekzessivem und einseitigem Verzehr von z.B. Leber und/oder Fischlebertran.
Leber ist sehr kalzium-
  arm dafür aber sehr reich an Vitamin A. Diese beiden Unausgewogenheiten können bei einseitiger bzw.  
  ausschließlicher Fütterung von Leber zu Skeletterkrankungen führen. Kleinere Mengen Leber in der
  Katzennahrung hingegen sind unbedenklich, sollten jedoch, wie bereits erwähnt, nicht den Hauptbestandteil
  im Katzenfuftter ausmachen.
  Im Grunde genommen können alle Nährstoffe zu Problemen führen, wenn wir sie exzessiv konsumieren.
  Dies gilt für uns Menschen und die uns anvertrauten Tiere gleichermaßen.
  Der gesunde Menschenverstand
  weist auch hier den Weg..

  Bitte bedenken Sie, dass Katzen, wenn Sie sich bei der Verwendung von Instincts an das Rezept halten
  nicht ausschließlich mit Leber gefüttert werden, sondern diese lediglich einen Teil der Gesamtration
  darstellt (siehe unsere Empfehlung). Eine einseitige Fütterung von Leber und Innereien wäre in der Tat
  ungesund, da bei dieser Fütterungspraxis überdies sehr viele Nährstoffe nicht ausgewogen wären bzw.
  gänzlich fehlen.
 
  Bitte halten Sie sich daher an unsere Empfehlung bezüglich der Lebergaben und überschreiten die in
  unserem Rezept angegebene Lebermenge nicht. Ein Zuviel an Vitamin A ist dauerhaft ebenso ungesund
  wie eine unzureichende Menge.



  Augen auf beim Nahrungsmittelkauf
  Viele Futtermittel, Nahrungsergänzungsmittel, Leckerli, Pasten usw. für Katzen sind leider heutzutage
  zusätzlich mit Vitaminen, auch mit Vitamin A, angereichert. Halten Sie daher Ihre Augen auf und lesen
  Sie die Zutatenliste durch, bevor Sie sich für ein Produkt entscheiden. Hier kann auch zuviel des Guten
  die Konsequenz für Ihre Samtpfote sein.


  Ein paar Zahlen aus der Fachwelt
  In Krankheiten der Katze kann man zum Thema Hypervitaminose A manch Interessantes nachlesen.
  Die Autoren schreiben, dass eine Hypervitaminose-A bei Tieren festgestellt wurde, die über viele Jahre
  eine einseitige Fütterung mit roher Leber oder Fisch erhielten oder deren Futter täglich mit
  Vitamin-A-Tropfen angereichert wurde. In einer Studie fanden die Autoren allerdings bei 50% derart
  gefütterte Katzen keine erhöhte Vitamin-A-Resorption.

  Die Autoren beschreiben eine weitere Untersuchung, zu welcher jungen Katzen ausschließlich rohe
  Rinderleber
mit einem Vitamin-A-Angebot von 20 000 - 40 000
µg/kg/KM/Tag verfüttert wurde, was erst
  nach Jahren zu dem klassischen Erkrankungsbild führte. Es wird jedoch von den Autoren die Möglichkeit in
  Erwägung gezogen, dass die exzessive Vitamin-A-Aufnahme in Kombination mit einem Calciummangel bei
  unausgeglichenem Ca/Ph-Verhätlnis, wie er bei ausschließlicher Fütterung von Leber vorliegen würde, zu
  dem typischen Bild der Hypervitaminose A kommt.

  In Ernährung von Hund und Katze kann man Ergebnisse experimenteller Untersuchungen nachschlagen.
  Diese zeigen auf, daß die Vitamin-A-Menge, die zur Erzeugung von Skelettschädigungen in nur wenigen
  Monaten erforderlich ist, zwischen 17 bis 35
µg/g Körpergewicht beträgt.
  Demnach müsste ein 1 kg schweres Kätzchen eine Mindestmenge von 17.000 µg (IE 56.000) an
  Vitamin A pro Tag aufnehmen, um diesen Wert zu erreichen.
2)
 
Entsprechend den derzeit gültigen Nährstoffanforderungen von Katzen des NRC benötigt eine 1 kg schwere 
  Katze etwa 50 µg Vitamin A pro Tag.
Demzufolge beträgt die Vitamin A Dosis, die eine akute Toxizität
  hervorruft mehr als das 300-fache des täglichen Bedarfs von jungen Katzen.

  Eine ausgewachsene Katze mit einem Gewicht von 5 kg müsste, den Autoren nach, bis zum Erreichen     
  toxischer Mengen mind. 85.000 µg Vitamin A pro Tag aufnehmen, um diesen toxischen Wert zu erreichen. 
  Der Vitamin A Bedarf für eine aktive ausgewachsene 5 kg
schwere Katze wird von den Autoren mit 80
µg
 
angegeben. Das bedeutet, dass eine ausgewachsene Katze bis zum Erreichen eines toxischen Wertes
  das 1000-fache ihres täglichen Vitamin-A-Bedarfes
aufnehmen müsste.  


    Retinol - Berechnungen
    Internationale Einheiten, abgekürzt IE.
   Umrechnungsfaktor in Mikrogramm (µg) 1 IE = 0,3 µg Vitamin A
   Umrechnungsfaktor Gramm: 1 g (Gramm) = 1000 mg (Milligramm) = 1.000.000 µg (Mikrogramm)


   Zusammengefasst
   Um hohe Vitamin A Werte zu erreichen, müsste ein Katzenhalter seiner Samtpfote Mahlzeiten reichen,
   die zum großen Teil aus Leber bestehen oder Nahrungsergänzungen wie Vitamin-A Tropfen, Lebertrane etc.
   im Übermaß zufüttern. Halten Sie sich jedoch an das von uns bewährte Instincts-Rezept, sind Ihre Katzen
   von einer Hypervitaminose A nicht bedroht. Im Gegegenteil wird dem Katzenorganismus all das geboten,
   was frische Leber so gesund macht  Als Teil der naturnahen Ernährung von Katzen bzw. Teil eines  
   ausbalancierten naturnahen Katzenfutters, ist und bleibt Leber, in Maßen verfüttert, eine exzellente Quelle
   wesentlicher Nährstoffe, auf die wir nicht verzichten sollten.

   
     Autorin: Nicole Kipp-Meilwes

    Quellen/Literaturverzeichnis:
   
-Krankheiten der Katze, Hrsg. Prof. Horzinek, Prof Schmidt und Prof Lutz, Verlag Enke
    - Ernährung von Hund und Katze, Autoren Case, Carey, Hirakawa, Verlag Schattauer -
2)
    - Klinische Diätetik für Kleintiere, Hand, Thatcher, Remillard, Roudebush,  Verlag Schlütersche
    - Nährstoffe in Lebensmitteln, Beate und Helmut Heseker, Verlag UZV
    - Michelle Bernard, Raising Cats Naturally (p.41) -
1)
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