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Wir werden hin und wieder gefragt, welche Ballaststoffe sich für das hausgemachte Katzenfutter
eignen und in welcher Menge diese zugegeben werden sollten. Aus diesem Grund und zur Orientierung
haben wir die nachfolgende Liste, der in der Praxis erprobten und bewährten Möglichkeiten, für Sie
zusammen getragen.

Unter dem Oberbegriff "Ballaststoffe" werden Lebensmittelbestandteile eingereiht, die von Verdauungs-
enzymen nicht oder nur in geringem Maße aufgespalten werden können.

Ballaststoffe haben eine positive Wirkung auf den Wassergehalt des Darminhaltes und dessen
Volumen
und regulieren die Transitzeit der Nahrung

Ballaststoffe unterstützen die normale Darmfunktion. Durch deren Wasserbindungskapazität helfen
sie
im Darm bei der normalen Darmtätigkeit, indem sie die Menge des Darminhaltes vergrößern,
welcher
dadurch Druck auf die Darmwände ausübt und somit die Darmperistaltik (also die
Verdauungstätigkeit)
anregt und die Passagezeit im Magen-Darm-Trakt reduziert.
Sie unterscheiden sich u.a. in deren Wasserlöslichkeit und man spricht daher von löslichen und
unlöslichen Ballaststoffen. Vor allem lösliche Ballaststoffe binden viel Wasser an sich und quellen
dadurch auf. Auf diese Weise wird der Kot weicher und die Verweildauer des Kots im Dickdarm wird
verkürzt. Das ermöglicht dem Körper eine regelmäßige Darmentleerung ohne starkes Pressen.


Pflanzliche Faserstoffe helfen ebenfalls bei der normalen Darmtätigkeit, vergrößern die Menge des Darminhaltes und reduzieren die Passagezeit im Magen-Darm-Trakt. Sie sind die Bestandteile von
pflanzlichen Lebensmitteln, die von den Verdauungssäften nicht abgebaut werden.


Durch eine naturnahe Ernährung auf Basis von Frischfleisch ist der Kot von gebarften Katzen natur-
gemäß trockner, verglichen mit dem Kot von Katzen, die mit Fertigfutter ernährt werden. Für viele
Katzenhalter ist dies mitunter mit der Sorge verbunden, dass die jeweilige Katze den Kot nur schwer
oder möglicherweise nur unter starkem Pressen oder gar Schmerz absetzen kann.

Eine Nahrungsumstellung bedeutet für den Körper immer auch, dass sich das gesamte Verdauungs-
system erst einmal an die neue Nahrung anpassen muss
bzw. die Verdauungs- und Enzymtätigkeit
sich auf die zugeführte Nahrung erst einmal einstellen muss.

Vor allem während der Umstellung von Fertigfutter auf Frischfleisch ist es besonders empfehlenswert,
einen gewissen Anteil an Ballast- bzw. Faserstoffen in die Mahlzeiten zu integrieren, damit es nicht
zu Kotabsatzproblemen kommt.

Es gibt aber auch Katzen, die mit sehr kleiner Menge zusätzlichen Ballaststoffe im hausgemachten
Katzenfutter problemlos Kot absetzen können. Unterschiedliche Katzen haben eben auch unterschied-
liche Stoffwechseleigenschaften. Probieren Sie aus, welche Menge Ihre Samtpfote im Futter benötigt.




Welche Ballast- bzw. Faserstoffe eignen sich?
  • gedünstete und pürierte Möhren
  • gedünstete und pürierte Zucchini
  • gedünsteter und pürierter Hokkaidokürbis 
  • Tatzenladen Kürbispulver
  • kleingeschnittener Salat wie Kopfsalat oder Feldsalat
  • kleingeschnittenes Katzengras
  • Flohsamenschalen
  • Weizenkleie
  • Weizenkeime
  • Leinsamen (müssen unbedingt vorher in Wasser gekocht werden)
  • Sonnenblumenkerne
  • Kokusnussraspel

Die Gemüsemenge

Der pflanzliche Anteil im hausgemachten Katzenfutter sollte bei ca. 3-5% liegen. Das bedeutet, auf
1 kg Fleisch kommen in etwa 30 g - 50 g Gemüseanteil. Sollte Ihre Katze aus verschiedenen Gründen
einen höheren Anteil im Futter benötigen, steigern Sie die Menge einfach entsprechend.


Es empfiehlt sich, das Gemüse ein wenig anzudünsten und zu pürieren, um Verdauungsproblemen auszuweichen. Manche Katzen vertragen rohes Gemüse wie Karotten gut andere reagieren darauf
ein wenig empfindlich. Probieren Sie es einfach aus.


Eine kleine Übersicht


Ballaststoffe pro 100 g essbarem Anteil
Weizenkleie ...45,4 g
Weizenkeime
...24,7 g
Kokousnussraspel
...13,7 g
Sonnenblumenkerne .....6,3 g
Möhren .....3,6 g
Kopfsalat
.....1,5 g
Kürbis .....0,8 g

               * Quelle der Tabelle: Beate und Helmut Heseker "Nährstoffe in Lebensmitteln"



Eine gute Verdauung bzw. Kotbeschaffenheit erkennen Sie an folgenden Merkmalen

Der Kot einer gesunden Katze sollte:

  • wohlgeformt sein und ohne Schmerzen abzusetzen sein
  • keine unangenehmen, fauligen oder aasartige Gerüche im Katzenklo hinterlassen.
    Normaler Katzenkot ist nahezu geruchsneutral. Faulige, stinkende Gerüche können durch
    eine degenerierte Verdauung bzw. Darmflora entstehen
  • sollte jeden bzw. jeden zweiten Tag ohne Kraftanstrengung oder Schmerzen abgesetzt werden
Zu langsame Darmpassagen oder sehr fester, harter Kot sollte mit erhöhtem Ballaststoffanteil reguliert
werden.

Sollte Ihre Katze massive Schwierigkeiten beim Kotabsatz haben, muss dies fachlich abgeklärt werden. In diesem Fall suchen Sie bitte unbedingt einen Tiertherapeuten auf!                                        

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Autorin: Nicole Kipp-Meilwes
   Quellen/Literaturverzeichnis:
  - Klinische Diätetik für Kleintiere, Hand/Thatcher/Remillard/Roudebush, Verlag Schlütersche
 
- Beate und Helmut Heseker "Nährstoffe in Lebensmitteln"