Manchmal fragen mich die Leute, ob ich ihnen ein gutes
Trockenfutter
empfehlen kann. Die Antwort
ist:"Nein!"
Trockenfutterpellets sind
das Schlechteste, was Sie ihrer Katze geben können. Es ist ein
lukratives Geschäft
für die Futtermittelhersteller und
führt zu schrecklichen chronischen
Krankheiten.
Es
wird als Produkt angeboten,
das für alle Lebensstadien der
Katze völlig ausgewogen sein soll. Nichts
könnte weiter von der Wahrheit
entfernt sein.
Körner gehören zu den Kohlenhydraten und bestehen
zuallererst aus Stärke. Die Futtermittelhersteller
wollen, dass der Kunde
glaubt, Körner versorgten die Katzen mit Energie, Eiweiß,
Fett, Fasern,
Mineralstoffen und Vitaminen. Die Katze gehört aber
zu den Fleischfressern.
Katzen und andere Mitglieder
der Überfamilie Feloidea (Katzenartige) zählen
zu
den Fleischfressern, weil sie einen unerläßlichen Bedarf
an gewissen
Nährstoffen haben, die ausschließlich in tierischen Geweben
enthalten sind.
Katzen können
weder Taurin noch Arginin, die nur im Fleisch enthaltenen
Aminosäuren, selbst herstellen. Ihnen fehlt die
Fähigkeit, die in Pflanzen
enthaltene Linolsäure in Arachidonsäure (im tierischen Fett
enthalten)
umzuwandeln. Sie können auch Betacarotin nicht in
Vitamin A umwandeln. Katzen
können die Aktivität
ihrer Leberenzyme nicht drosseln, wenn sie proteinarmes
Futter fressen. Sie müssen proteinreiches Futter
bekommen, sie brauchen Fleisch
zum Überleben.
Die primäre Funktion von Kohlenhydraten bei der
Herstellung von Trockenfutter
ist die Formbarkeit des
Futters zu Pellets. Die Stärke wirkt wie
"Zement", der die Pellets zusammenhält und verhindert, dass sie
während des Herstellungsprozesses krümeln.
Üblicherweise enthält eine Rezeptur
mindestens 40 %
Kohlenhydrate, weil man sie sonst nicht pressen
könnte. Stärke
wirkt als Klebstoff, und was mag das wohl
für eine Langzeitwirkung auf das
Verdauungssystem der Katze haben?
Ich habe das Buch "Small Animal
Clinical Nutrition", 4. Ausgabe,
herausgegeben vom Mark Morris Institute,
auch bekannt als
Hill's Science Diet,
für den Großteil meiner Nachforschungen benutzt. Dieses
Buch, das
von vielen
Tierärztlichen Hochschulen für den Kurs in
Ernährungslehre verwendet wird, ist
ein sehr dickes
Buch voller
Informationen zur Ernährung von
Kleintieren. Im
Kapitel über die Fütterung von Katzen sagt der
Autor, dass Katzen
sich während
der Evolution an Fleischnahrung angepasst haben, die viel Protein und
wenig
Kohlenhydrate enthält. Deshalb haben sie Schwierigkeiten mit der
Verdauung von
Kohlenhydraten.
Bei Omnivoren (=
Allesfressern) werden Kohlenhydrate von
Hexokinase und Glukokinase (beides sind
Enzyme) zu Glukose
umgewandelt. Die
Katzenleber zeigt zwar eine normale Hexokinase-Aktivität aber
praktisch keine
Glukokinase-Aktivität.

Fettleber
Der
Eiweißstoffwechsel der Katze ist einzigartig wegen
ihres ungewöhnlich hohen Proteinbedarfs.
Katzen brauchen kaum irgendwelche besonderen Aminosäuren.
Ihr hoher
Proteinbedarf entsteht durch
die hohe Aktivität ihrer Leberenzyme, die Aminosäuren
in Energie
umwandeln. Anders als Allesfresser
können Katzen die Aktivität ihrer Leberenzyme nicht
drosseln, wenn sie
proteinarmes Futter bekommen.
Das ist vermutlich der Grund, warum die Krankheit Hepatische
Lipidose (=
Fettleber) bei Katzen, die
Trockenfutter fressen, so häufig ist, besonders bei
übergewichtigen
Katzen Für Katzen in der Wildnis
ist es nicht ungewöhnlich oder unnatürlich für
kurze Zeit zu fasten.
Obwohl sie erfolgreiche Jäger sind,
sind sie nicht perfekt und können einige Tage ohne Futter
auskommen.
Meine eigenen Katzen lassen
manchmal für einen oder mehrere Tage ihr Futter stehen.
Eine
mögliche Ursache für eine Fettleber bei Katzen ist ein Mangel
an Proteinen. Das
Etikett auf dem
Trockenfutter scheint auf den ersten Blick einen ausreichenden
Proteingehalt anzugeben, aber eine ziemlich
große Menge davon ist pflanzlicher Herkunft. Ich glaube
nicht, dass
Körner eine hochwertige Proteinquelle
für einen Fleischfresser sind und dass sie pflanzliche wie
tierische
Proteine gleich gut verwerten können.
Katzen, die Rohfutter bekommen, sollten also aus diesem Grund
nicht
anfällig für eine Fettleber sein.
Obwohl auch ich mir Sorgen mache, wenn eine meiner Katzen ihr
Futter
stehen lässt, rechne ich nicht
damit, dass wir jemals ein Problem mit Hepatischer Lipidose
bekommen
werden.
Es
gibt viele Faktoren, die zur Entstehung einer Fettleber beitragen
können.
Carnitin ist eine Aminogruppe
enthaltende fettähnliche Substanz, die sich in hoher
Konzentration im
Herzen und in der Skelettmuskulatur
von Säugetieren findet. Dieses Carnitin wird von der AAFCO
als nicht
essentiell angesehen. Katzen können
Carnitin aus Lysin und Methionin (beide in Fleisch enthalten)
synthetisieren. Methionin wird den meisten
Trockenfuttern beigemischt, Lysin nur den besseren. Wie bei den
meisten
Nährstoffen im rohen Fleisch, ist
es - wie ich glaube - besser das Nahrungsmittel im Ganzen
zu
füttern anstatt mit synthetisch hergestellten
Stoffen zu supplementieren. Beim Menschen führt
Carnitinmangel zur
Anhäufung von Fett in der Leber und
zu einer gestörten Leberfunktion. Einen ähnlichen
Zusammenhang stellt
man auch bei der Katze fest.
Carnitin vergrößert auch die Muskelmasse und
fördert bei übergewichtigen
Tieren die Gewichtsabnahme.
Viele Katzen mit einer Fettleber unbekannter Ursache sind
übergewichtig, und oft wird die Krankheit nach
einer Zeit des Fastens, sei es als Folge von Stress, Krankheit
oder
Trennung entdeckt. Vielleicht kommen
Trockenfutterkatzen gerade so aus mit der Menge und
Qualität des
Proteins, das darin enthalten ist. Es ist
nicht ungewöhnlich, dass eine Katze, die Trockenfutter
frißt, dick wird.
Fasten bringt vielleicht einfach das
Faß zum Überlaufen. Wie ich vorher schon sagte, wird
Proteinmangel als
ein Faktor für die Entstehung einer
Fettleber angesehen, ebenso wie eine exzessive Fettbildung (der
Prozess,
Kohlenhydrate oder Proteine in
Fett umzuwandeln). Man weiß leider nur sehr wenig
über die Ursachen.

Zahnkrankheiten
Obwohl es
keinen dokumentierten Beweis dafür gibt,
dass ein natürliches Futter zur Zahngesundheit
beiträgt, sind
Krankheiten des Periodontiums (der Wurzelhaut), die
häufigste Krankheit erwachsener Hunde
und Katzen. Außer
meiner verstorbenen Wiley hat keine meiner
Katzen jemals eine Zahnbehandlung
gebraucht. Im Gegensatz
zu dem, was den meisten Leuten beim
Tierarzt erzählt wird, reinigt Trockenfutter
NICHT die Zähne!
Wenn eine Katze Trockenfutter kaut, zerbricht es
in kleine Stückchen. Um eine wirksame
Reinigung von
Zähnen und Zahnfleisch zu erreichen, muss das Futter
aber eine Zeitlang mit Zähnen und
Zahnfleisch in
Berührung bleiben. Nichts anderes außer Brocken von
rohem Fleisch haben eine abrasive
Wirkung auf die
Zähne. Ich schlage vor, dass Sie Ihrer Katze
Fleischbrocken für die Reinigung der Zähne
geben, es sei denn, sie
wollen ihr die Zähne putzen oder Hunderte
von Euros für Zahnbehandlungen
ausgeben.

Nierenversagen und Krankheiten
des Harntrakts
Katzen haben sich als
Wüstentiere entwickelt
und sind (immer noch!) sehr gut daran angepasst, in
einem
trockenen Klima zu leben, sofern sie ihre natürliche
Nahrung bekommen.
Katzen haben keinen starken
Drang zu trinken wie Hunde und können mit weniger Wasser
überleben als
sie. Sie kompensieren die
geringere Flüssigkeitsaufnahme, indem sie ihren Urin
konzentrieren. Wenn
sie Trockenfutter fressen
(das weniger als 10 % Feuchtigkeit enthält), sind sie
ständig ausgetrocknet,
es sei denn sie trinken viel
Wasser, was die meisten Katzen aber nicht tun. Die mit
Trockenfutter ernährte
Katze trinkt zwar mehr
Wasser als eine, die Dosenfutter frisst, aber am Ende, wenn man
alle Feuchtigkeit
zusammenrechnet,
nimmt die Trockenfutterkatze etwa nur halb so viel Wasser auf
als eine
Dosenfutterkatze. Bei Trockenfutter,
das zudem häufig rund um die Uhr zur freien Verfügung
steht, wird der Urin
übermäßig stark konzentriert,
und das führt zu Krankheiten des unteren Harntrakts.
Zu dicke, mit
Trockenfutter ernährte Katzen neigen
zu allen möglichen Krankheiten!
Der
gegenwärtige Trend, dem Trockenfutter
außerdem Urin ansäuernde Zusätze hinzuzufügen (nach
Aussagen der Futtermittelproduzenten für die Gesundheit des
Harntrakts gedacht) kann eine metabolische
Azidose (eine Übersäuerung des Körpers) hervorrufen, die
mit
eingeschränkter Nierenfunktion und einem
Mineralstoffungleichgewicht einschließlich Kaliumverlusten
einhergeht. In einem zu sauren Milieu bilden
sich leicht
Oxalatkristalle, die die Harnröhre verstopfen können.
Früher waren Struvitkristalle, die mit einem
zu alkalischen Urin
zusammenhängen, die verbreitetste Störung der
Harntraktfunktion. Heute sind
Calciumoxalatsteine
häufiger wegen des sauren pH-Werts.
Die ersten Anzeichen für eine beginnende Niereninsuffizienz
sind
größerer Durst und vermehrter
Harndrang. Die Katze verliert die Fähigkeit ihren Urin zu
konzentrieren.
Die pflanzlichen Proteine aus den
Körnern im Trockenfutter geben bei der Verdauung mehr
Stickstoffabfallprodukte
frei. Diese werden in
Ammonium umgewandelt und von den Nieren ausgeschieden, was zu
einer
unnötigen Belastung der
Nieren führt. Wasser, das wichtigste Lebensmittel für
alle lebenden
Kreaturen, fehlt im Trockenfutter.
Es ist durch nichts zu ersetzen!

Mykotoxine
Bevor Sie anfangen, das Trockenfutter anzufeuchten, um die
fehlende Flüssigkeit zu ersetzen, sollten Sie
etwas über Mykotoxine
(Schimmelpilzgifte) wissen, einer weiteren möglichen Nebenwirkung
von Körnern
im
Futter. Mykotoxine sind natürliche Neben-/Endprodukte
von Pilzen, die Hunde
und Katzen krank machen
oder zum Tod führen konnen. Wenn Körner nicht
sachgerecht gelagert werden, können sich Pilzgifte
entwickeln. Zwei häufige
Formen, die man im Tierfutter findet (mehr im Hundefutter) sind
Aflatoxin und
Vomitoxin. Obwohl Mykotoxine weltweit verbeitet sind,
werden sie erst bei 28 °
Celsius und über 80 %
Luftfeuchtigkeit giftig. Dann greifen sie in die
Zellfunktion ein, sind extrem Krebs erregend und unterdrücken
das
Immunsystem.
Aflatoxin B1 ist das giftigste von
allen Aflatoxinen und das
bekannteste
Leberkrebs auslösende Gift. Es gibt
unübersehbare
Hinweise darauf, dass schon
eine geringe Exposition eine Unterdrückung des Immunsystems
und eine
erhöhte
Anfälligkeit für Krankheiten nach sich zieht. Junge und
trächtige Tiere aller
Spezies
reagieren
äußerst empfindlich auf Aflatoxine.
Aflatoxin tritt auch in
die Muttermilch über und kann zu
Unfruchtbarkeit
beitragen. Die Exposition
während der Schwangerschaft bzw. Trächtigkeit hatte einen
Übertritt von
Aflatoxinen in die Plazenta und eine mangelhafte Funktion des
Immunsystems bei
den
Nachkommen zur
Folge. Die Entfernung von Aflatoxinen aus
dem Futter ist
sehr teuer, und die
Futternittelhersteller
sind bekannt dafür, dass sie
nicht
die hochwertigsten Körner benutzen, andernfalls
könnten sie
ihre hohe
Gewinnspanne nicht halten. Das Getreide, dass die meisten
Futtermittelproduzenten
verarbeiten, ist
entweder das, was für den
menschlichen
Verzehr nicht mehr zugelassen wird, oder als
Nebenprodukt bei
anderen
Herstellungsprozessen anfällt.
Die
Verdauungsvorgänge
eines Fleischfressers
Das Verdauungssystem eines
Fleischfressers (Karnivoren) ist
sehr einfach. Im Gegensatz zu Omnivoren
(Allesfressern) und
Herbivoren
(Pflanzenfressern) fehlt der Katze die Amylase im Speichel, die die
Verdauung
von Stärke einleitet. Ihre Kiefer können sich nur
eingeschränkt seitlich
bewegen (das ist
notwendig um pflanzliche
Nahrung zu zerkleinern), und sie
haben keine flachen Mahlzähne im Maul.
Ihre Zähne sind
gedacht zum Beißen,
Festhalten, Zerschneiden und Zerreißen
Der Magen der Hauskatze hat zwei Funktionen. Kurzzeitig speichert er
Nahrung,
allerdings nur eine kleine
Menge, weil das natürliche Futter der Katze eine
hohe Nährstoffdichte hat. Kleine Wildkatzen müssen öfter
jagen als ihre großen
Verwandten, weil ihre Beute kleiner ist. Während Löwen und
Tiger, nachdem sie
eine
Beute erlegt haben, ihre Nahrung herunterschlingen,
fressen kleine Katzen
öfter, nachdem sie erfolgreich
gejagt haben. Die zweite Funktion des Magens ist
die Absonderung von zersetzender Magensäure.
Hydrochlorid löst die
Nahrung auf und verflüssigt sie. Nahrungsbestandteile, die nicht
verdaut werden
können - wie rohes Gemüse, Zellulose, Federn,
Zähne usw. - passieren den
Magen-Darm-Trakt unverändert.
Probieren Sie es aus. Geben Sie ihrer Katze ein
paar ganze Maiskörner oder Erbsen, und Sie werden
sehen, dass sie unverdaut im
Ganzen wieder herauskommen.
Der Nahrungsbrei verlässt in
Intervallen (Abständen) den
Magen und wandert in
den Dünndarm. Der kleine
Katzendarm ist im
Vergleich zur ihrer
Körperlänge
kürzer als der des Hundes, d. h. 4:1 bei der Katze und
6:1 beim Hund. Im
Dünndarm wird die Nahrung verdaut und ins Blut abgegeben.
Bauchspeicheldrüse
und
Leber stellen die
notwendigen Enzyme bereit, um Fett und
Proteine in
Fettsäuren und Aminosäuren
umzuwandeln. Da
die Enzymaktivität zur Verdauung von
Kohlenhydraten nur begrenzt ist, kann nur wenig
oder keine
Kohlenhydratverdauung stattfinden.
Wird die
Fähigkeit des Dünndarms, Kohlenhydrate
zu verdauen, überfordert,
erreichen sie den Dickdarm
unverdaut. Weil
Blinddarm und Kurzdarm der Katze keine
Funktion haben, ist ihre Fähigkeit,
schwerverdauliche
Stärke und Fasern durch
mikrobielle Fermentation zu nutzen, begrenzt. Der Dickdarm
ist mit dem
Dünndarm nicht geradlinig verbunden sondern rechtwinklig. An
dieser Stelle ist
ein kleines
Anhängsel,
etwa 5 bis 7,5 cm lang, das Caecum oder
der Blinddarm.
Obwohl der Blinddarm bei
Fleischfressern
keine Funktion hat, sollte er
trotzdem erwähnt werden, weil er auf einen wichtigen
Unterschied
zwischen
Karnivoren und Herbivoren hinweist. Bei Herbivoren und im gewissen
Grade auch
bei
Omnivoren findet
im Dickdarm, besonders im Caecum, eine
mikrobielle
Fermentation statt.

Inflammatory
Bowel
Disease
(entzündliche Darmerkrankung)
Hochverdauliches Futter stellt mehr Nährstoffe für den
passiven oder aktiven Transport bei der Absorption im
Darm zur
Verfügung.
Unverdaute Reste (wie Kohlenhydrate) verändern den pH-Wert und
erhöhen die
Viskosität
des Nahrungsbreis. Das
bedeutet abnehmende
Stuhlqualität und Durchfall. Diese Bedingungen
können
möglicherweise zu IBD
führen. Die Schwere der Beschwerden hängt von der Menge der
Kohlenhydrate ab,
die im Dünndarm nicht verdaut werden. Kleine Mengen Zucker oder
aufgeschlossene
Stärke
können z. B. dramatischere Auswirkungen haben als große
Mengen roher Stärke von
niedriger
Verdaulichkeit.
Die Futtermittelhersteller erhitzen die
Kohlenhydrate
im Futter und verarbeiten sie weiter,
um
die
Verdaulichkeit zu erhöhen. Wegen
all dieser Kohlenhydrate sind Katzen, die Trockenfutter fressen,
prädestiniert
für IBD. Die meisten Katzen mit IBD-Symptomen (Durchfall und
Erbrechen) werden
symptomfrei, wenn
sie ein körnerfreies und
kohlenhydratfreies Rohfutter
bekommen.
"Natürliches"
Trockenfutter für Katzen
Der Begriff "natürliches Trockenfutter für Katzen"
ist ein Widerspruch in sich. Es gibt eine wachsende
Anzahl von Herstellern
eines solchen Futters auf dem Markt. Jede Woche scheint ein neuer
Hersteller
von
"natürlichem Trockenfutter" aufzutauchen. Sie
fügen ihrem Futter
bestimmte Zutaten hinzu, damit es
gesünder aussieht und verpacken es ausnahmslos
in erdfarbenen Beuteln. Das ist ganz bestimmt nicht
gesünder. Diese Hersteller
erzählen Ihnen, dass ihr Futter das nachahmt, was Ihre Katze von
Natur aus
fressen würde, nur in trockener Form. Was für
einer trockenen Form würde die
Katze in der Natur jemals
begegnen? Keksen, die durch die Wüste laufen?
"In trockener Form" - das ist das Hauptproblem! Körner
hinzufügen und
Wasser entziehen, ob natürlich oder nicht - das ist keine gesunde
Nahrung für
Ihre Katze
Hier sind die Inhaltsstoffe eines "natürlichen "
Katzenfutters,
das ich gerade im Internet gefunden habe:
Geflügelmehl, frisches Huhn, brauner
Reis,
Hühnerfett (konserviert mit
Tocopherolen, Rosmarinextrakt und
Zitronensäure), Gerste, frische Kartoffeln.
Leinsamen, Fischöl (konserviert mit Tocopherolen, Rosmarin-
extrakt und
Zitronensäure), Frischei, getrocknete Hühnerleber,
Anchovis-Fischmehl,
Milchpulver,
Molkenextrakt,
Nährhefe, Kelp, Kasein,
Kalziumkarbonat, Lecithin,
Cholinchlorid, Lactobacillus acidophilus,
Bifidobakterium
thermophilum,
Bifidobakterium longum, Enterobacter faecium, Bacillus subtilis, frische
Heidelbeeren,
frische Cranberrys, Zinksulfat, Vitamin E,
Kreatin, Mangansulfat,
Eisenproteinat,
Manganproteinat,
Vitamin B12, Vitamin A, Niacin, Vitamin
D3,
Kobaltproteinat, D-Kalziumpantothenat,
Riboflavin,
Kupfersulfat,
Kobaltkarbonat, Biotin, Thiamin-Mononitrat, Folsäure,
Pyridoxinhydrochlorid,
Kupferproteinat,
Natriumselenit, Papain, Yucca
schidigera-Extrakt.
Es sieht vielleicht besser aus als Iams oder
Science Diet,
aber wann haben Sie
zuletzt eine Katze in einem
Naturfilm gesehen, die Rosmarin, Kartoffeln,
braunen Reis oder Anchovis gefressen hat?
Mit Rosmarin werden die Fette im Futter haltbar gemacht. Natürlich
ist das
besser als BHT und BTA oder
andere künstliche Konservierungsstoffe, aber es
bleibt
ein Konservierungsstoff. Sie sollten Ihrer Katze kein
Futter geben, das wochen-
oder monatelang auf der Arbeitsfläche stehenbleiben kann ohne zu
verderben.
Richtiges Futter wird schlecht!
Anchovis wird wegen der Omega-Fettsäuren hinzugefügt, aber
Omega 3-Fettsäuren
sind viel zu empfindlich
um lange Zeit im Trockenfutter in den Regalen zu
überstehen. Diese Firma behauptet von sich selbst, dass
sie Lachsöl auf das
Futter sprüht um die Omega 3-Fettsäurenbilanz zu verbessern.
Nur schlecht, dass
das
Lachsöl, das sie empfehlen in blauen Behältern
ist. Lachsöl kann nicht
korrekt gelagert werden, wenn es
nicht luftdicht abgeschlossen ist. In dem
Moment, wo die Flasche geöffnet wird, dringt Sauerstoff ein, und
das Fett fängt
an ranzig zu werden. Kapseln sind die einzige Alternative um
Lachsöl frisch zu
halten.
Warum Milch in diesem Futter ist, leuchtet mir nicht ein. Vielleicht um
den
Proteingehalt anzuheben oder
wegen des Kalziums. Wenn Kätzchen einmal
entwöhnt
sind, gehört Milch nicht mehr zu ihrer natürlichen
Nahrung. Heidelbeeren und Cranberrys sollen das Futter
ansäuern um den Harntrakt gesund
zu erhalten.
Aber leider führt die Säure im Trockenfutter zur
Bildung von
Oxalatkristallen. Rohes Fleisch bewirkt einen
ausgeglichenen pH-Wert,
Trockenfutter erfüllt diesen Zweck bei vielen Katzen
nicht.
Yucca soll den Kotgeruch reduzieren, der gar kein Problem
wäre, wenn Katzen in
erster Linie ein geeignetes
Futter bekämen.
Ich
glaube, diese "Natural Petfood"-Hersteller sind noch sonderbarer
(wenn das noch geht) als die normalen
Hersteller kommerzieller Futter. Sie bedienen eine besondere
Klientel:
Leute mit Geld, die sich noch teurere Produkte leisten können und
solche, deren
Katzen von anderen Futtern
Gesundheitsprobleme bekommen haben (obwohl die
Hersteller von "prescription diets" den größeren Einfluss
auf dem
Markt haben). Aber unter diesen Kunden gibt es auch solche, die sich
einiger
Probleme bewusst
sind, die mit den Markenfuttern im Lebensmittelhandel
verbunden sind, oder die, die ihren Katzen einfach
nur besseres Futter geben
möchten. Natürlich ist am besten - aber das passt nicht zu
Trockenfutter. An
Trockenfutter ist nichts natürlich.
Während heute
diese "natürlichen Futter" noch von kleinen Firmen
produziert werden, haben auch die
größeren Hersteller bereits ihre Finger
im Spiel. Wenn Sie sich beispielsweise die Inhaltsstoffe von "Nature's
Best" von Science Diet angucken, werden Sie feststellen, dass es
schlechter ist als die Rezeptur von
"Original Formula". Brauerei-Reis
ist die erste Zutat (in "Original Formula" sind es
Huhnnebenprodukte). Ist
Reis das Beste für einen Fleischfresser?
Viele
dieser kleinen Firmen, die Futter produzieren, haben nicht viel Zeit
investiert um etwas über
Katzenernährung zu lernen und haben oft keine Ahnung,
was es heißt, einen Fleischfresser zu füttern.
Wenn sie dieses Wissen dennoch
haben sollten, haben sie es mißachtet um ein Produkt als gesund zu
vermarkten,
das es wirklich nicht ist.
Obwohl ich damit rechne, dass es nie passieren wird, weil es zu
teuer wäre,
warte ich auf einen Hersteller,
der anfängt Mäuse zu trocknen, sie mit braunem
Reis zu vermischen und das ganze Katzenfutter zu nennen.

Autorin
Michelle
Bernard
Den
englischen Originaltext finden Sie hier:

www.blakkatz.com/dryfood.html

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