

Wenn die Katze plötzlich mäkelig wird
Katzen fressen nicht immer jede Mahlzeit mit dem gleichen Appetit. Manchmal bleibt etwas im Napf liegen oder die gewohnte Mahlzeit wird ganz ausgelassen. Gerade bei einer Katze, die sonst zuverlässig frisst, stellt sich dann schnell die Frage: Ist das nur eine vorübergehende Laune oder gibt es einen Grund dafür?
Bei BARF kommt eine weitere praktische Frage hinzu: Was passiert mit dem vorbereiteten Futter, wenn die Katze es nicht frisst? Und ist es sinnvoll, direkt etwas anderes anzubieten?
Wenn die Katze einmal eine Mahlzeit auslässt
Eine einzelne ausgelassene Mahlzeit kann viele unterschiedliche Gründe haben. Vielleicht hat die Katze zuvor etwas anderes gefressen, ist gerade weniger hungrig oder hat einfach einmal keinen Appetit.
Auch Veränderungen im Alltag können dazu führen, dass eine Katze vorübergehend weniger frisst. Ungewohnte Situationen, neue Abläufe oder Veränderungen in der Umgebung können manche Katzen verunsichern.
Entscheidend ist daher nicht nur, ob eine Mahlzeit stehen bleibt, sondern auch, wie sich die Katze insgesamt verhält. Frisst sie bei der nächsten Mahlzeit wieder normal und ist ansonsten munter wie gewohnt, kann die Situation zunächst einfach beobachtet werden.
Was tun mit dem vorbereiteten BARF?
Wenn die Katze eine Mahlzeit nicht frisst, stellt sich bei BARF schnell die Frage, was mit dem vorbereiteten Futter im Napf passiert. Rohes Futter sollte nicht über längere Zeit bei Raumtemperatur stehen bleiben – besonders an warmen Sommertagen.
Hat die Katze nur am Futter geschnuppert und frisst kurze Zeit später doch noch, kann die Mahlzeit zunächst noch stehen bleiben. Frisst sie nicht weiter, sollte das Futter nach angemessener Zeit weggeräumt werden. Auch Reste einer teilweise gefressenen Mahlzeit sollten nicht unnötig lange stehen bleiben und anschließend entsorgt werden.
Nicht sofort die ganze Fütterung umstellen
Wenn eine Katze plötzlich mäkelig wird, ist die Versuchung groß, direkt an der Fütterung zu drehen: eine andere Fleischsorte, eine neue Zusammensetzung oder gleich ein komplett anderes Rezept. Gerade bei BARF kann dadurch jedoch schnell unklar werden, was die Katze eigentlich gut verträgt und was sie gerne frisst.
Deshalb ist es sinnvoll, Veränderungen nicht vorschnell und schon gar nicht in mehreren Punkten gleichzeitig vorzunehmen. Wird beispielsweise gleichzeitig die Fleischsorte gewechselt, die Konsistenz verändert und ein anderes Supplement verwendet, lässt sich im Nachhinein kaum beurteilen, worauf die Katze reagiert hat.
Zeigt sich tatsächlich ein wiederkehrendes Problem mit einer bestimmten Mahlzeit oder Zutat, kann die Fütterung gezielt und Schritt für Schritt angepasst werden. So bleibt nachvollziehbar, welche Veränderung einen Unterschied gemacht hat, und die bisher gut funktionierende Ration muss nicht ohne Grund komplett neu zusammengestellt werden.
Manchmal liegt es am Futter selbst
Wenn eine Katze ihr Futter wiederholt ablehnt, lohnt sich auch ein genauerer Blick auf die Mahlzeit selbst. Frische, Geruch, Konsistenz und Zusammensetzung können beeinflussen, ob das Futter appetitlich wirkt. Schon kleine Abweichungen können für eine empfindliche Katze einen Unterschied machen.
Das gilt beispielsweise für ein Supplement, das anders riecht oder schmeckt als bisher, eine veränderte Konsistenz oder eine ungewohnte Zusammensetzung. Katzen orientieren sich stark an vertrauten Gerüchen und Abläufen und reagieren deshalb mitunter empfindlich auf Veränderungen.
Auch die Handhabung des Futters kann eine Rolle spielen. Wurde das Fleisch anders aufgetaut oder gelagert als sonst? Hat das Futter möglicherweise länger gestanden? Oder riecht es ungewohnt? Solche Kleinigkeiten können dazu führen, dass die Katze ihre gewohnte Mahlzeit plötzlich nicht mehr attraktiv findet.
Bei einer Futterverweigerung kann es daher sinnvoll sein, zunächst zu prüfen, ob sich am Futter selbst oder an der Zubereitung etwas verändert hat. So lässt sich manchmal bereits eine naheliegende Ursache erkennen, ohne die gesamte Fütterung umstellen zu müssen.
Was kann ich anbieten, wenn die Katze nicht frisst?
Wenn die Katze ihr gewohntes BARF plötzlich ablehnt, können zunächst kleine Veränderungen helfen. Oft lohnt es sich, das Futter auf eine andere Art anzubieten, ohne gleich die gesamte Fütterung umzustellen:
- BARF leicht anwärmen:
Futter wird von vielen Katzen lieber angenommen, wenn es Zimmertemperatur hat
oder leicht angewärmt ist. Durch die Wärme kann sich zudem der Geruch stärker entfalten. - Die Konsistenz verändern:
Manche Katzen haben bestimmte Vorlieben, wenn es um die Beschaffenheit ihres Futters geht.
Wird das BARF beispielsweise grob gewolft angeboten, kann eine feinere Konsistenz einen
Versuch wert sein – oder umgekehrt. - Eine bekannte Lieblingssorte anbieten:
Frisst die Katze eine bestimmte Fleischsorte besonders gerne, kann zunächst diese angeboten
werden. Vertrauter Geruch und Geschmack können dabei helfen, den Appetit wieder anzuregen. - Die Frische prüfen:
Katzen reagieren häufig empfindlich auf Veränderungen im Geruch. Riecht das Fleisch anders
als gewohnt oder wurde es möglicherweise anders aufgetaut oder gelagert, kann dies ein Grund
für die Futterverweigerung sein. - Etwas Wasser untermischen:
Ist das BARF sehr fest oder trocken, kann etwas lauwarmes Wasser untergemischt werden.
Eine saftigere Konsistenz ist für manche Katzen angenehmer und kann das Futter attraktiver
machen. - Nicht ständig neue Alternativen anbieten:
Wird eine Mahlzeit abgelehnt, muss nicht sofort eine Vielzahl anderer Futtersorten angeboten
werden. Bei der nächsten Mahlzeit kann zunächst wieder die gewohnte BARF-Ration auf den
Speiseplan kommen.
Wann sollte man genauer hinschauen?
Nicht jede Futterverweigerung hat die gleiche Bedeutung. Neben der Dauer spielt auch eine Rolle, ob sich das Verhalten der Katze verändert. Wirkt sie ungewöhnlich ruhig, zieht sie sich zurück oder verhält sie sich anders als sonst, sollte man genauer hinschauen.
Auch Begleiterscheinungen wie Erbrechen, Durchfall oder Anzeichen von Schmerzen sind wichtige Hinweise. Je mehr Veränderungen gleichzeitig auftreten, desto weniger wahrscheinlich ist es, dass es sich nur um eine einmalig ausgelassene Mahlzeit handelt.
Vor allem sollte beobachtet werden, ob die Katze bei der nächsten Mahlzeit wieder frisst und ob sie sich insgesamt wie gewohnt verhält. So lässt sich besser einschätzen, ob es sich um eine vorübergehende Ausnahme handelt oder ob die Situation weiter abgeklärt werden sollte.
Wann ist tierärztlicher Rat sinnvoll?
Frisst die Katze über einen längeren Zeitraum nichts oder lässt sie wiederholt Mahlzeiten aus, sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden. Das gilt auch dann, wenn die Katze insgesamt einen deutlich anderen Eindruck macht als sonst.
Bei Katzen sollte anhaltendes Nichtfressen nicht einfach ausgesessen werden. Auch wenn die Ursache zunächst nicht eindeutig erscheint, kann eine tierärztliche Einschätzung dabei helfen, gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen.
Eine einzelne ausgelassene Mahlzeit bei einer ansonsten munteren Katze ist dagegen nicht automatisch ein Grund für einen Tierarztbesuch. Entscheidend sind Dauer, Begleitumstände und der allgemeine Zustand der Katze.
Ruhe bewahren und beobachten
Eine einzelne ausgelassene Mahlzeit muss nicht gleich ein Grund zur Sorge sein. Frisst die Katze bei der nächsten Mahlzeit wieder normal und ist ansonsten munter, kann es sich schlicht um eine Ausnahme handeln.
Wichtig ist, das Fressverhalten und das allgemeine Wohlbefinden der Katze im Blick zu behalten. Frisst sie wiederholt nicht oder kommen weitere Auffälligkeiten hinzu, sollte die Ursache abgeklärt werden.
So gilt auch beim BARF: Nicht jede ausgelassene Mahlzeit ist gleich ein Problem. Entscheidend ist das Gesamtbild und ob die Katze wieder zu ihrem normalen Fressverhalten zurückkehrt.
Autorin:
Nicole Kipp-Meilwes


