

Was verändert sich?
Wenn wir Menschen älter werden, verändert sich unsere Ernährung meist ganz nebenbei. Was uns früher besonders gut geschmeckt hat, darf plötzlich etwas weicher sein, manches wird lieber in kleinere Stücke geschnitten und manchmal reicht auch eine kleinere Portion. Deshalb kommt aber nicht automatisch etwas völlig anderes auf den Teller. Erst wenn sich gesundheitlich etwas verändert, kann auch eine besondere Ernährung notwendig werden.
Auch bei Katzen muss das Alter allein deshalb nicht bedeuten, dass plötzlich eine völlig andere Ernährung in den Napf muss. Viele Katzen können auch im Alter weiterhin mit BARF ernährt werden. Entscheidend ist vielmehr, die eigene Katze gut zu beobachten und die Fütterung dort anzupassen, wo sich tatsächlich etwas verändert.
Eine ältere Katze braucht nicht automatisch eine andere Ernährung. Aber sie kann andere Bedürfnisse und Vorlieben entwickeln – und genau diese Veränderungen gilt es wahrzunehmen.
Ein Hinweis vorab: Mit zunehmendem Alter können sich auch die Bedürfnisse unserer Samtpfoten verändern. Dieser Artikel soll dafür sensibilisieren, diese Veränderungen frühzeitig zu erkennen und ältere Katzen bei ihrer Ernährung liebevoll und umfassend zu begleiten. Im Fokus stehen dabei gesunde ältere Katzen. Erkrankungen, die eine besondere Ernährung erfordern, werden in diesem Artikel nicht berücksichtigt.
Älter werden bedeutet nicht automatisch, anders zu füttern
Das Leben einer Katze besteht aus vielen verschiedenen Phasen. Manche Katzen bleiben bis ins hohe Alter aktiv, klettern, spielen und haben einen guten Appetit. Andere werden ruhiger, schlafen mehr oder verändern ihre Vorlieben beim Futter.
Das Alter einer Katze sagt zunächst wenig darüber aus, was für sie die passende Ernährung ist. Deshalb lässt sich auch nicht allein anhand des Alters festlegen, was eine Katze jetzt „braucht“. Viel wichtiger ist, wie sie sich mit den zunehmenden Jahren tatsächlich entwickelt. Deshalb gibt es auch nicht die eine BARF-Ration für die ältere Katze.
Wichtiger als eine bestimmte Altersgrenze ist die Frage: Wie geht es meiner Katze und kommt sie mit ihrer bisherigen Fütterung weiterhin gut zurecht?
Ältere Katzen sind nicht alle gleich
Wie wir Menschen altern auch unsere Katzen unterschiedlich. Deshalb kann es hilfreich sein, bei der Fütterung ein paar Dinge im Hinterkopf zu behalten:
- wie aktiv sie noch ist
- ihr Gewicht und ihre Körperform
- der Erhalt ihrer Muskulatur
- die Zahn- und Mundgesundheit
- ihre Verdauung und wie gut sie das Futter verträgt
- ihre persönlichen Vorlieben
- Veränderungen beim Fressverhalten
Wenn eine Katze mit ihren bisherigen BARF-Mahlzeiten gut zurechtkommt, gibt es keinen Grund, ihre Fütterung allein wegen des Alters zu verändern. Sie braucht nicht automatisch ein spezielles Seniorenfutter. Viel wichtiger ist, dass die Nahrung weiterhin zu ihren Bedürfnissen passt und ausgewogen zusammengesetzt ist.
Entscheidend ist, die eigene Katze gut zu beobachten und aufmerksam wahrzunehmen, wenn sich etwas verändert.
Weniger Bewegung – braucht die Katze dann weniger Futter?
Das kann sein.
Viele Katzen werden im Alter etwas ruhiger und bewegen sich weniger. Dadurch kann sich auch ihr Energiebedarf verändern. Aus diesem Grund lohnt es sich, die Futtermenge im Laufe der Zeit immer wieder einmal zu betrachten. Dabei sollte jedoch nicht nach einer festen Altersregel vorgegangen werden. Nicht jede zwölfjährige Katze braucht weniger Futter als vorher und nicht jede ältere Katze wird automatisch gemütlicher.
Entscheidend ist, wie sich die Katze insgesamt entwickelt. Hält sie ihr Gewicht? Wirkt sie weiterhin kräftig und gut in Form? Hat sich ihre Körperform verändert? Auch solche kleinen Veränderungen können Hinweise darauf geben, ob die bisherige Futtermenge noch gut zu ihr passt. Regelmäßiges Wiegen kann dabei hilfreich sein.
Hält die Katze ihr Gewicht und ihren guten körperlichen Zustand, besteht zunächst kein Grund, die Futtermenge nur aufgrund des Alters zu verändern.
Wenn das Kauen schwerer fällt
Eine Veränderung, die im Alltag schnell auffallen kann, ist die Futterkonsistenz.
Manche Katzen mögen im Laufe der Jahre kleinere oder weichere Fleischstücke lieber. Was in jungen Jahren problemlos gekaut wurde, wird vielleicht plötzlich aussortiert – einfach, weil das Kauen schwerer fällt. Dann kann es schon helfen, das Fleisch einfach ein bisschen kleiner zu schneiden, feiner zu wolfen oder das Futter zu pürieren. Eine weichere Mahlzeit kann für manche Katzen durchaus angenehmer sein.
Wichtig ist dabei: Nicht jede ältere Katze braucht eine andere Futterbeschaffenheit. Wenn sie weiterhin gerne und problemlos frisst, muss erst einmal nichts verändert werden.
Trotzdem lohnt sich vielleicht einmal ein Blick ins Mäulchen. Bei der regelmäßigen tierärztlichen Kontrolle sollte auch die Zahngesundheit überprüft werden.
Muss Fleisch im Alter immer roh bleiben?
Auch hier gibt es nicht die eine Lösung für jede Katze.
Manche Katzen kommen mit rohem Futter wunderbar zurecht, andere bevorzugen im Laufe der Jahre eine andere Zubereitung. Für einzelne Katzen kann beispielsweise leicht angedünstetes Fleisch angenehmer sein. Das kann eine Möglichkeit sein, wenn eine Katze rohes Fleisch plötzlich nicht mehr so gerne frisst oder nicht mehr so gut verträgt.
Wer das ausprobieren möchte, kann das Fleisch leicht andünsten und anschließend, wenn es abgekühlt ist, die benötigten Supplemente untermischen.
Auch hier gilt: Eine ältere Katze braucht nicht automatisch gegartes Futter. Wenn sie rohes Fleisch weiterhin gerne frisst und gut verträgt, gibt es allein aufgrund des Alters keinen Grund, etwas zu verändern.
Wenn sich Vorlieben verändern
Katzen können im Laufe ihres Lebens ihre Vorlieben verändern.
Vielleicht war eine bestimmte Fleischsorte jahrelang der große Favorit und wird plötzlich weniger gerne gefressen. Oder die Katze bevorzugt kleinere Stücke, eine andere Beschaffenheit oder etwas mehr Feuchtigkeit im Futter. Solche Veränderungen können ganz unterschiedliche Gründe haben. Deshalb muss nicht jede Veränderung sofort zu einer kompletten Umstellung der Ernährung führen.
Manchmal ist es tatsächlich nur eine kleine Anpassung, die der Katze das Fressen wieder angenehmer macht.
Muss die BARF-Fütterung im Alter grundsätzlich verändert werden?
Nein. Eine gesunde Katze braucht nicht allein aufgrund ihres Alters ein spezielles „Senioren-BARF-Futter“.
Wenn die Katze ihr Gewicht hält, ihr Futter gerne frisst und gut verträgt, kann die bisherige Fütterung grundsätzlich weiterhin passend sein. Trotzdem lohnt sich im Alter ein regelmäßiger Blick auf die Katze. Bewegt sich die Katze weniger? Braucht sie vielleicht etwas mehr oder weniger Futter als früher? Wird die bisherige Textur weiterhin gerne gefressen? Gibt es neue Vorlieben oder verträgt sie etwas plötzlich nicht mehr so gut? Oft sind es keine großen Veränderungen, sondern nur Kleinigkeiten, die angepasst werden können.
So kann die Fütterung Schritt für Schritt mit der Katze mitwachsen.
Kann ich meine ältere Katze noch auf BARF umstellen?
Ja, grundsätzlich ist es auch im Seniorenalter möglich, eine Katze auf BARF umzustellen. Das Alter allein spricht nicht dagegen.
Manche Katzen nehmen neues Futter problemlos an, während andere an ihren bisherigen Gewohnheiten festhalten. Gerade dann sollte man der Katze die Zeit geben, die sie für eine Futterumstellung braucht.
Dabei sollte besonders auf die Verträglichkeit geachtet werden. Nach vielen Jahren mit Dosen- oder Trockenfutter kann die Umstellung auf eine andere Zusammensetzung und Konsistenz der Nahrung für die Verdauung zunächst eine Veränderung sein. Gerade bei einer älteren Katze ist es deshalb sinnvoll, die Umstellung langsam anzugehen und genau zu beobachten, wie sie darauf reagiert. Frisst die Katze gut? Verträgt sie das neue Futter? Bleibt ihr Gewicht stabil? So lässt sich Schritt für Schritt herausfinden, ob sie mit den BARF-Mahlzeiten gut zurechtkommt und diese Fütterungsform zu ihr passt.
Und es muss auch nicht immer ausschließlich rohes Fleisch sein. Für manche Katzen kann auch leicht angegartes Fleisch eine Möglichkeit sein, wenn rohes Futter nicht so gerne angenommen oder nicht so gut vertragen wird.
Bei einer älteren Katze mit bestehenden Erkrankungen sollte man sich vor einer Futterumstellung Rat von einer auf Tierernährung spezialisierten Fachperson einholen.
BARF im Seniorenalter bedeutet vor allem: aufmerksam bleiben
Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis: Es gibt keinen festen Zeitpunkt, an dem eine Katze plötzlich ein besonderes „Senioren-Futter“ braucht.
Eine ältere Katze darf weiterhin das bekommen, was ihr guttut. Trotzdem kann sich im Laufe der Jahre das eine oder andere verändern. Vielleicht wird sie etwas ruhiger und braucht nicht mehr ganz so viel Futter. Vielleicht mag sie ihr Fleisch lieber in kleineren Stücken oder findet eine weichere Konsistenz angenehmer. Solche kleinen Veränderungen sollten einfach berücksichtigt werden.
Es geht also nicht darum, einer älteren Katze ab einem bestimmten Alter einen festen Fütterungsplan aufzuerlegen. Es geht darum, aufmerksam zu bleiben und auf die kleinen Veränderungen zu reagieren, die das Leben mit sich bringt.
Zusammengefasst
Auch ältere Katzen können grundsätzlich weiterhin mit BARF ernährt werden. Das Alter allein ist kein Grund, die Fütterung zu verändern.
Wichtig ist, die eigene Katze zu beobachten und wahrzunehmen, was sie in ihrer jeweiligen Lebensphase braucht. Manchmal verändert sich im Alter nur eine Kleinigkeit, und manchmal bleibt einfach alles so, wie es ist.
Denn auch in den späten Jahren darf die Fütterung so individuell bleiben wie die Katze selbst.
Nicole Kipp-Meilwes


