Wie viel kommt eigentlich in den Napf?





Wie viel BARF braucht eine Katze?
Eine der ersten Fragen, die sich viele Katzenhalter stellen, wenn sie mit BARF beginnen, lautet:
Wie viel Futter braucht meine Katze eigentlich pro Tag?

Eine pauschale Antwort gibt es darauf nicht. Jede Katze hat ihren eigenen Bedarf. Eine kleine, ruhige Wohnungskatze benötigt beispielsweise meist eine andere Futtermenge als eine große und aktive Freigängerkatze. Auch Alter, Körperbau, Aktivität und Lebenssituation können beeinflussen, wie viel eine Katze täglich benötigt.

Deshalb sollte eine bestimmte Grammzahl immer nur als Orientierung verstanden werden. Entscheidend ist, wie sich die eigene Katze mit der gefütterten Menge entwickelt.


Wie viel BARF braucht eine Katze pro Tag?
Als Ausgangspunkt kann man bei einer erwachsenen, gesunden Katze mit normalem Körpergewicht etwa 30 g BARF pro Kilogramm Körpergewicht und Tag ansetzen. Das ergibt beispielsweise folgende Mengen:

Körpergewicht der KatzeRichtwert BARF-Menge pro Tag
3 kgca. 90 g
4 kgca. 120 g
5 kgca. 150 g
6 kgca. 180 g

Eine Katze mit 5 kg Körpergewicht würde nach diesem Richtwert zunächst etwa 150 g BARF pro Tag erhalten.

Wer bisher Fertigfutter gefüttert hat, ist oft eine feste Fütterungsempfehlung auf der Packung gewohnt. Bei BARF lässt sich die passende Menge nicht ganz so einfach an einer einzigen Zahl festmachen. Deshalb dient der Richtwert vor allem als Orientierung.

Mehr zum Thema Portionsgrößen finden Sie in unserem Artikel: Die richtige Portion


Die richtige Menge zeigt sich bei der eigenen Katze
Hat man eine passende Futtermenge gefunden, kann diese beibehalten werden. Entscheidend ist, dass sie zur eigenen Katze passt. Wenn sich Gewicht, Aktivität oder Lebenssituation verändern, kann es notwendig sein, auch die Futtermenge anzupassen.

Am Ende zählt deshalb nicht allein die Grammzahl, sondern wie gut die Futtermenge zur eigenen Katze passt.


Woran erkenne ich, ob die BARF-Menge für meine Katze passt?
Die berechnete Futtermenge ist zunächst nur ein Ausgangspunkt. Ob eine Katze tatsächlich die passende Menge bekommt, lässt sich vor allem daran erkennen, wie sie sich mit dieser Menge entwickelt.

Eine gut versorgte Katze sollte ihr Gewicht möglichst stabil halten und eine passende Körperform besitzen. Auch die Muskulatur und das allgemeine Verhalten geben wichtige Hinweise. Bei einer normalgewichtigen Katze sollten die Rippen leicht tastbar sein, ohne deutlich hervorzustehen. Gleichzeitig sollten sich keine ausgeprägten Fettpolster bilden.

Gerade am Anfang kann es hilfreich sein, die Katze regelmäßig zu wiegen. So bekommt man ein besseres Gefühl dafür, ob die gewählte Futtermenge zu ihr passt. Die Katze muss dafür nicht täglich auf die Waage. Eine Kontrolle einmal pro Woche kann bereits zeigen, wie sich ihr Gewicht entwickelt. Besonders wenn man bei der richtigen Futtermenge noch unsicher ist, kann das regelmäßige Wiegen eine wertvolle Orientierung sein. Wichtig ist dabei nicht eine einzelne Zahl, sondern die Entwicklung über einen längeren Zeitraum.


Was tun, wenn die Katze zunimmt oder abnimmt?
Nimmt eine Katze über längere Zeit zu, obwohl sich an ihrer Fütterung nichts verändert hat, kann es sinnvoll sein, die tägliche Futtermenge etwas zu reduzieren. Nimmt sie dagegen ab oder wirkt deutlich aktiver als bisher, kann eine Erhöhung der Futtermenge notwendig sein.

Auch Veränderungen im Alltag können eine Rolle spielen. Eine Katze, die beispielsweise weniger aktiv ist als früher, benötigt möglicherweise weniger Energie. Ein Freigänger, der plötzlich sehr viel unterwegs ist, kann dagegen einen höheren Bedarf haben. Deshalb lohnt es sich, die eigene Katze regelmäßig anzuschauen und nicht nur die Grammzahl im Napf zu betrachten.

Die passende Futtermenge ist nicht in Stein gemeißelt. Sie darf sich verändern, wenn sich auch die Katze verändert.


Warum die Zusammensetzung der BARF-Ration eine Rolle spielt
Nicht nur die Katze selbst beeinflusst, wie viel BARF sie benötigt. Auch die Zusammensetzung der Ration kann eine Rolle spielen. Denn BARF-Mischungen können unterschiedlich energiereich sein. Eine fettreichere Mischung liefert beispielsweise mehr Energie als eine sehr magere Mischung. Deshalb kann es sein, dass eine Katze von einer energiereicheren Ration etwas weniger benötigt.

Für den Einstieg muss man nicht jede Mahlzeit genau berechnen. Der Richtwert von etwa 30 g BARF pro Kilogramm Körpergewicht und Tag kann zunächst als Orientierung dienen. Entscheidend ist, wie sich die eigene Katze mit dieser Menge entwickelt.


Freigänger: Die Futtermenge ist schwerer einzuschätzen
Bei einer Freigängerkatze kann es etwas schwieriger sein, die passende BARF-Menge einzuschätzen. Der Grund ist einfach: Man weiß nicht immer, was die Katze außerhalb des Hauses zusätzlich frisst.

Manche Katzen gehen regelmäßig auf die Jagd und erbeuten Mäuse oder andere kleine Tiere. Andere bekommen vielleicht bei Nachbarn zusätzlich Futter. Auch der Energiebedarf kann bei Freigängern sehr unterschiedlich sein. Eine Katze, die viel unterwegs ist und ein großes Revier erkundet, benötigt möglicherweise mehr Energie als ein Freigänger, der die meiste Zeit in der Nähe des Hauses verbringt.

Deshalb sollte man bei Freigängern besonders darauf achten, wie sich Gewicht und Körperform entwickeln. Bleibt die Katze in guter körperlicher Verfassung und hält ihr Gewicht, ist das ein wichtiger Hinweis darauf, dass die Versorgung grundsätzlich passt.


Fazit: Die richtige BARF-Menge findet sich mit der Zeit
Die Frage „Wie viel BARF braucht meine Katze?“ lässt sich nicht für jede Katze mit derselben Zahl beantworten. Ein Richtwert von etwa 30 g BARF pro Kilogramm Körpergewicht und Tag kann bei einer erwachsenen, gesunden Katze mit normalem Körpergewicht einen guten Ausgangspunkt bieten.

Entscheidend ist aber, was zur eigenen Katze passt. Gewicht, Körperform, Aktivität, Alter und Lebenssituation können den Bedarf beeinflussen. Auch die Zusammensetzung der BARF-Ration spielt eine Rolle.

Deshalb lohnt es sich, die eigene Katze aufmerksam zu beobachten. Bleibt ihr Gewicht stabil? Ist ihre Körperform passend? Wirkt sie fit und zufrieden? Verändert sich die Katze oder ihr Alltag, kann sich auch der Futterbedarf verändern. Dann darf die tägliche Menge entsprechend angepasst werden.

BARF muss nicht nach einer starren Zahl gefüttert werden. Am Ende zählt deshalb nicht allein die Grammzahl, sondern wie gut die Futtermenge zur eigenen Katze passt.

Wer sich mit der Ernährung seiner Katze beschäftigt, lernt mit der Zeit, ihren individuellen Bedarf immer besser einzuschätzen. Genau darum geht es: nicht darum, jeden Tag eine bestimmte Grammzahl einzuhalten, sondern eine Fütterung zu finden, die zur eigenen Katze passt.

Autorin:
Nicole Kipp-Meilwes.