Ballaststoffe im selbstgemachten Katzenfutter – Empfehlungen für den Alltag
Immer wieder erreichen uns Fragen, welche Ballaststoffe sich für hausgemachtes Katzenfutter eignen und in welcher Menge sie idealerweise verwendet werden sollten. Zur Orientierung haben wir die praxisbewährten Möglichkeiten für Sie zusammengetragen – erprobt in der täglichen Fütterung und auf die Bedürfnisse sensibler Katzen abgestimmt.
Fester oder harter Kot? Ballaststoffe können helfen
Ballaststoffe haben eine positive Wirkung auf den Wassergehalt des Darminhaltes und dessen Volumen und regulieren die Transitzeit der Nahrung. Bei einer naturnahen Ernährung auf Basis von Frischfleisch ist der Kot von gebarften Katzen naturgemäß fester als bei Katzen, die Fertigfutter erhalten. Für viele Katzenhalter kann dies mit Sorge verbunden sein, da sie befürchten, dass ihre Katze den Kot nur unter starkem Pressen oder sogar schmerzhaft absetzen kann.
Eine Nahrungsumstellung bedeutet für den Körper, dass sich das gesamte Verdauungssystem zunächst an die neue Nahrung anpassen muss. Die Verdauungs- und Enzymtätigkeit stellt sich erst allmählich auf das frische Futter ein. Gerade bei der Umstellung von Fertigfutter auf Frischfleisch ist es empfehlenswert, einen gewissen Anteil an Ballast- bzw. Faserstoffen in die Mahlzeiten zu integrieren, um Kotabsatzprobleme zu vermeiden.
Es gibt jedoch auch Katzen, die bereits mit sehr kleinen Mengen zusätzlicher Ballaststoffe problemlos Kot absetzen können. Jede Katze hat einen individuellen Stoffwechsel – probieren Sie aus, welche Menge Ihre Samtpfote benötigt, um eine gesunde Verdauung zu unterstützen.
Folgende pflanzliche Zutaten haben sich in der Praxis bewährt und unterstützen eine gesunde Verdauung:
| gedünstete/pürierte Möhren | gedünstete/pürierte Zucchini | gedünsteter/pürierter Hokkaidokürbis |
| kleingeschnittener Kopf/Feldsalat | kleingeschnittenes Katzengras | Tatzenladen Kürbispulver |
| Flohsamenschalen | Sonnenblumenkerne | Kokosnussraspel |
| Weizenkleie | Weizenkeime | Leinsamen (IMMER vorher kochen) |
Die Gemüsemenge im hausgemachten Katzenfutter
Der pflanzliche Anteil im selbst zubereiteten Katzenfutter sollte ca. 3–5 % betragen. Das bedeutet: auf 1 kg Fleisch kommen etwa 30–50 g Gemüse.
Benötigt Ihre Katze aus gesundheitlichen oder individuellen Gründen einen höheren Anteil, können Sie die Menge entsprechend erhöhen. Für empfindliche Katzen empfiehlt es sich, das Gemüse leicht anzudünsten und zu pürieren, um Verdauungsproblemen vorzubeugen. Manche Katzen vertragen rohes Gemüse, wie geraspelte Karotten, gut, während andere etwas empfindlicher reagieren. Probieren Sie aus, was Ihre Samtpfote am besten verträgt.
| Ballaststoffe | pro 100 g essbarem Anteil |
| Weizenkleie | 45,4 g |
| Weizenkeime | 24,7 g |
| Kokosnussraspel | 13,7 g |
| Sonnenblumenkerne | 6,3 g |
| Möhren | 3,6 g |
| Kopfsalat | 1,5 g |
| Kürbis | 0,8 g |
* Quelle der Tabelle: Beate und Helmut Heseker „Nährstoffe in Lebensmitteln“
Anzeichen für eine gute Verdauung und Kotbeschaffenheit
Der Kot einer gesunden Katze sollte:
- wohlgeformt sein und ohne Schmerzen abgesetzt werden können
- keine unangenehmen Gerüche im Katzenklo hinterlassen – normaler Katzenkot hat kaum unangenehmen Geruch
- regelmäßig abgesetzt werden – idealerweise jeden Tag oder jeden zweiten Tag, ohne Kraftanstrengung
Wichtiger Hinweis:
Sollte Ihre Katze massive Schwierigkeiten beim Kotabsatz haben, muss dies fachlich abgeklärt werden.
Bitte suchen Sie in diesem Fall unbedingt einen Tiertherapeuten oder Tierarzt auf.

Autorin: Nicole Kipp-Meilwes
Quellen/Literaturverzeichnis:
– Klinische Diätetik für Kleintiere, Hand/Thatcher/Remillard/Roudebush, Verlag Schlütersche
– Beate und Helmut Heseker „Nährstoffe in Lebensmitteln“

