IBD und Fütterung

Inflammatory Bowl Disease (Entzündliche Darmerkankung)
Nach sechs Jahren zunehmenden Elends verschwanden die IBD-Symptome meiner Katzen buchstäblich innerhalb von 24 Stunden, nachdem ich ihn komplett auf getreidefreies Rohfutter umgestellt hatte. Das war vor sieben Jahren, und die Symptome sind nicht wiedergekommen.

Ich weiß! Ich weiß! Viel Leute nehmen sich nicht die Zeit und machen sich nicht die Mühe, ein ausgewogenes Rezept für selbst zubereitetes Katzenfutter zu suchen, die zugrunde liegende Forschung doppelt nachzuprüfen und die Wochenenden damit zu verbringen ganze Hühner und Kaninchen für ihre Katzen zu zerkleinern.

Ich kam schließlich zu der Erkenntnis, das mein IBD-Kater einem viel größeren Risiko ausgesetzt war, wenn ich ihm ein für Katzen ungeeignetes kommerzielles Futter vorsetzte, als wenn ich ihm ein sorgfältig zubereitetes, ausgewogenes, getreidefreies und auf Fleisch basierendes Rohfutter gab. Es ist interessant, dass auch viele andere mir bekannte Leute, deren Katzen Verdauungsbeschwerden haben, dieselbe Erfahrung gemacht haben wie ich. Ein Futter ohne Körner erfüllt seinen Zweck bei diesen IBD-kranken Katzen, ein Rohfutter mit Körnern nicht. Warum ist das so? Weil Katzen Fleischfresser sind!

Informationen darüber, wie man selbst gemachtes Futter korrekt vor- und zubereitet, gibt es reichlich, aber man muss sie kritisch betrachten und bereit sein, tief in die Materie, d.h. in die Notwendigkeit jeder einzelnen Zutat, einzudringen.

Die Leute von Feline Future (das heutige TCFeline bzw. TCPremix) in Kanada haben ein wunderbares Rezept entwickelt. Sie haben Jahre damit zugebracht, aus kleinen Handbüchern Wichtiges über Tierernährung herauszufiltern, die Nährstoffzusammensetzung der natürlichen Beute von Katzen zu analysieren und Versuche zu machen, um ein auf Rohfleisch basierendes Rezept erstellen zu können, das die natürliche Beute der Katze nachahmt. Das ist sehr vernünftig – warum sollten wir die Katze nicht mit etwas füttern, das einer Maus nachempfunden ist?

Manche sind noch weiter gegangen. Eine sehr begabte Frau mit Namen Michelle Bernard hat ein sagenhaft gut recherchiertes Buch mit dem Titel Raising Cats Naturally herausgegeben, das sich mit dem Thema befasst, wie man nach den Vorgaben der Natur für eine Katze sorgt. Sie füttert seit mehr als 10 Jahren erfolgreich roh und hat Laienforschung und tierärztliche Forschung zur Katzenernährung sorgfältig analysiert, um erklären zu können, worin ein ganz und gar selbst gemachtes und wirklich ausgewogenes Futter für Katzen besteht.

Ich lade Sie ein, sich auf der IBD-Yahoogroup anzumelden pets.groups.yahoo.com/group/FelineIBD und sich die Dateien mit Rezepten und wichtigen Infos, wo Sie die nötigen Supplemente bekommen und die wertvollen Tipps dazu anzusehen, wie man ein selbst gemachtes ausgewogenes Futter sicher zubereitet. Es gibt auch eine Datei mit Berichten von Leuten, die eine bemerkenswerte Wandlung zum Positiven durch Rohfütterung beobachtet haben, was die Gesundheit ihrer Katzen betrifft.

Die Haltung der meisten Tierärzte, selbst gemachtes und vor allem rohes Futter mit einer Handbewegung abzutun wegen einer Handvoll lautstark tönender verantwortungsloser Ignoranten, die unhaltbare Ratschläge geben, ist ein dürftiger Ersatz dafür, sich in wohl überlegten und nicht von Emotionen geleiteten Diskussionen kritisch mit diesem sehr ernsten Thema auseinanderzusetzen.

Tierärzte sollten an vorderster Front stehen, was dieses Thema angeht. Sie sollten mit ihren Kunden über das Futter sprechen und die Leute anleiten, wenn sie Interesse zeigen. Leider sind die Tierärzte aber wenig versiert, was die Ernährung von Carnivoren betrifft. Also müssen sich die Kunden die Informationen woanders holen, und das kann bei der Fülle von widersprüchlichen Aussagen zu diesem Thema sehr verwirrend sein.

Ein Nebenprodukt (kein Wortspiel beabsichtigt) dieser tierärztlichen Ernährungsanarchie ist, dass verzweifelte Katzenbesitzer sich in dieser Frage nicht an ihren Tierarzt wenden können. Deshalb durchsuchen sie das Internet nach „natürlichem Futter“ und geben ihren Katzen schießlich ein total unausgewogenes Futter und behandeln Diabetes mit Aromatherapie. Sie wissen, was ich meine! Ehrlich gesagt, ich glaube nicht, dass ich komplett falsch liege, wenn ich denke, dass Tierärzte sich verpflichtet fühlen sollten, dafür zu sorgen, dass dem Wissen über die Ernährung der Katze endlich Priorität eingeräumt wird, und dass eine Beratung sich nicht in dem Nachsatz erschöpft, Trocken- oder Dosenfutter mit stark verarbeiteten Nebenprodukten und artfremden Getreidefüllstoffen anzubieten, die von einer Industrie produziert werden, die sich in erster Linie ihren Aktionären verpflichtet fühlt und nicht den Tierhaltern.

Ich bedaure nicht, dass ich viel Zeit und Mühe aufgewendet habe zu lernen, wie ich eine Katze mit ordentlichem, selbst gemachten Futter ernähren kann. Die Tatsache, dass sich Tausende von Menschen in Internetgruppen anmelden, um Antwort auf die Fragen zur Ernährung ihrer Tiere zu bekommen, spiegelt einen Vertrauensschwund in die heutigen Tierärzte wider. Und manche Antworten, die sie online bekommen, sind leider keinen Pfifferling wert.

Also, wenn Sie Tierarzt sind, und ich komme in Ihre Praxis, und Sie glauben, dass ich es ernst damit meine auf Rohfütterung umzusteigen, können Sie mich auf Informationen zum richtigen Kalzium-Phosphor-Verhältnis im Katzenfutter hinweisen? Das ist ein Problem, das viele Leute, die neu zur Rohfütterung gekommen sind, nicht verstehen. Und ich fände es toll, wenn mehr Kunden von ihrem Tierarzt Informationen zum Mineralstoffbedarf einer Katze bekämen und wenn Sie ihnen sagen könnten, welche Vitamine sie zusetzen sollen und in welchem Verhältnis. Fragen haben wir mehr als genug.

Ihren Kunden zu sagen, „Rohfütterung kann gefährlich sein“ reicht nicht. Ich habe nicht leichten Herzens die üblichen tierärztlichen Ratschläge ignoriert und habe die Warnungen bezüglich selbst gemachten Futters nicht auf die leichte Schulter genommen. Ich habe mich nicht leichtfertig darauf gestürzt, irgendeine alte Diät zu geben, sondern habe die Aufgabe Katzenfutter selbst zuzubereiten sehr ernst genommen. Alle Warnungen über die Gefährlichkeit von Rohfütterung habe ich gelesen. Am liebsten wäre mir eine Antwort in Form einer Dose oder einer Tüte gewesen. Ich hoffte jedes Mal wieder, dass die von meinem Tierarzt verordneten Futter helfen würden. Aber mein hübscher Kater wurde immer kränker. Und wie ich immer wieder von allen Leuten auf der IBD-Liste höre, die ich mehrere Jahre lang mitmoderieren durfte, war unsere Geschichte nichts Besonderes. Sie war keine Ausnahme.

Korrekt zubereitetes und serviertes Rohfutter – ausgewogenes frisches Rohfutter – ist es, was die Natur für diese wunderbaren Carnivoren als Ernährung vorgesehen hat. Das Rohfutter, das meinen Kater von IBD befreit hat, ist dem sehr ähnlich, was er fressen würde, wenn er den Ehrgeiz oder den Anreiz hätte, kleine Beutetiere zu jagen. Vielleicht ist er eine völlig domestizierte feline Treibhauspflanze, aber er hat nie aufgehört, ein obligater Fleischfresser zu sein. Das Rezept, das ich benutze, ist dem Rezept von Feline Future nachempfunden und wird in dem Buch „Raising Cats Naturally“ im einzelnen diskutiert. Informationen darüber, wo man die Zutaten bekommt und wie man das Futter gefahrlos zubereitet, gibt es vielerorts, einschließlich dieser Webseite.

Im Laufe der Diskussion und der Korrespondenz mit verschiedenen Tierärzten ist mir klar geworden, dass das Thema „selbst gemachtes Futter“ bei vielen ein wunder Punkt ist.

Letzten Endes liegt der Schlüssel zur Bekämpfung von IBD darin, kranken Katzen damit zu helfen, dass man ihnen ein artgerechtes Futter gibt. Obwohl das Futter das zentrale Thema ist, wenn man verstehen möchte, wie ich meinen wunderbaren Kater von IBD befreit habe, und wie andere dasselbe getan haben, macht es mich außerordentlich traurig, ernsthaften Widerstand von Seiten der Tierärzte sowohl gegen die Botschaft an sich als auch gegen die Folgen zu spüren zu bekommen, dass nämlich andere chronisch kranke Katzen von der Verbesserung ihres Futters profitieren könnten, wenn die einzigartigen Bedürfnisse dieses obligaten Fleischfressers respektiert würden.

Die Standardantwort, die ich vor vier Jahren zu hören bekam und die ich noch immer höre, ist die folgende: Viele hausgemachte Futter, alle Fleischfütterung eingeschlossen, egal ob roh oder gekocht, sind hoffnungslos unausgewogen und haben wahrscheinlich zu wenig Grundnährstoffe, es sei denn sie werden ordentlich supplementiert. Kein Einwand dagegen von meiner Seite! Man sagt mir auch, dass viele Fachleute auf dem Gebiet der Tierernährung aus guten Gründen von der ausschließlichen Fütterung mit rohem Fleisch abraten. Auch hier bin ich mit Ihnen einer Meinung. Kein vernünftig denkender Mensch würde einer Katze ausschließlich Fleisch geben. Das wäre schrecklich unausgewogen. Eine reine Fleischdiät hätte zuviel Phosphor und gefährlich wenig Kalzium. Das Ergebnis wäre ein gesundheitliches Desaster für die Katze! Ich kann nur jedem zustimmen – egal ob Laie oder Profi – der vehement davon abrät, etwas so offensichtlich Unausgewogenes zu füttern.

Aber das ist noch nicht alles. Die übliche Antwort der Tierärzte und natürlich der Futtermittelindustrie, dass selbst gemachtes Futter gefährlich unausgewogen ist, führt vom Thema weg. Diese Aussage lenkt von der Frage ab, ob ein ausgewogenes Futter befürwortet werden sollte, das dem Fleischfresser-Erbe kleiner Katzen angemessen ist. Wenn wir das Ziel haben, einer Katze das bestmögliche Futter zu geben, dann sind vage Warnungen über eine mögliche Unausgewogenheit nicht genug. Wie die Dinge jetzt stehen, weiß der durchschnittliche Tierarzt, dass es unausgewogenes Futter gibt und befürwortet deshalb automatisch das kommerzielle Trockenfutter. Aber warten Sie! Weiß er oder sie genau, worin die Unausgewogenheit besteht? Könnte er oder sie ein selbst zusammengestelltes Rezept begutachten und helfen einen möglichen Fehler zu beheben, damit es ausgewogen ist?

Der Risikofaktor
Ich höre Tierärzte und Marketingspezialisten der Futtermittelindustrie vor den gravierenden Gefahren durch Parasiten und Bakterien im Rohfutter warnen, aber keiner kann mir hieb- und stichfest erklären, wie hoch das Risiko tatsächlich ist. Kein Katzenfutter ist total ohne Risiko. Katzen können Salmonellen und E.coli auch durch Dosenfutter bekommen. Kann nach dem Futterrückruf im Frühjahr 2007 irgendjemand noch behaupten, kommerzielles Futter sei „sicher“? Verantwortungsbewußte Rohfütterungsanhänger investieren viel Zeit und Geld um Fleisch von Tieren aus Freilandhaltung zu bekommen, das wahrscheinlich weniger mit Salmonellen in Berührung kommt. Trichinen im Schweinefleisch? Natürlich sollte man sich darüber Gedanken machen, aber die Lösung ist einfach. Um meinen Lehrer in Rohfütterung zu zitieren, als ich ihn nach Trichinen fragte: „Füttern Sie kein Schweinefleisch! Keine Katze würde [von Natur aus] Schweinefleisch essen!“

Und was ist mit der oft erwähnten Sorge um die Menschen, wenn sie Rohfutter für ihre Tiere zubereiten? Diese Frage erstaunt mich. Bestimmt sind wir Rohfütterer nicht die einzigen Menschen, die in der Küche mit rohem Fleisch hantieren. Bei uns zu Hause gibt es eine strenge Regel, die besagt, dass nur die Katzen das rohe Fleisch essen dürfen. Und ich bin ziemlich sicher, dass ich nicht die Einzige bin, die Zugang zu heißem Seifenwasser und anderen Reinigungsmitteln hat, mit denen man Küchenarbeitsflächen hygienisch sauber halten kann. Beim Thema Katzentoilette werden auch die Hygieneregeln eingehalten!

Ich kenne so viele Erfolgsgeschichten von Menschen, die fast alle Hoffnung auf Erleichterung für ihre IBD-kranke Katze aufgegeben hatten. Ihre Katzen siechten dahin, und die ständig steigende Dosis von Prednisolon half nicht mehr oder hatte zu Folgeerkrankungen wie Diabetes geführt. Dann versuchten sie diese Art der Fütterung, weil nichts anderes mehr half. Mehr als einmal überredeten wir Menschen, die bereits einen Termin für die Einschläferung ihrer verzweifelt kranken Katze abgemacht hatten, die Rohfütterung als letzten Ausweg zu probieren, und sie waren erstaunt, dass sich der Zustand ihrer Katzen dramatisch verbesserte und sie ohne Medikamente eine unübersehbare Heilung erreichten. Wenn Sie Tierarzt sind, überlegen Sie, ob Sie für Ihre therapieresistenten Patienten nicht ein solches Futter empfehlen sollten, vorausgesetzt ein getestetes und für gut befundenes Rezept wird buchstabengetreu umgesetzt und alle Vorsichtsmaßnahmen eingehalten. Was haben Sie zu verlieren?

Den englischen Originaltext finden Sie hier: http://www.catnutrition.org/ibd.html

Herzlichen Dank an dieser Stelle an Ingrid Balzer für die Übersetzung
des nachfolgenden Textes, den sie uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

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Linktipp zum Thema IBD: zum Weiterlesen englischer Online Artikel written by Lyn Thomson, BVSc DipHom
IBD Nature and Treatment

Das Katzenbild am Anfang unseres Textes stammt von © Sabine Vicinus
www.seraphin-art.de