
Fett und Fettsäuren in der Katzenernährung – warum beides wichtig ist
Wer sich mit Katzenernährung oder BARF beschäftigt, stößt früher oder später auf die Begriffe Fett und Fettsäuren. Oft werden beide Begriffe gleichgesetzt. Tatsächlich sind Fett und Fettsäuren nicht dasselbe und erfüllen im Körper unterschiedliche Aufgaben.
Fett ist für Katzen weit mehr als nur ein Geschmacksträger. Es liefert Energie, unterstützt die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K und ist ein natürlicher Bestandteil der Nahrung. Fettsäuren wiederum sind Bestandteile von Fetten. Einige davon sind für Katzen essenziell – das bedeutet, dass sie diese über die Nahrung aufnehmen müssen.
Deshalb kommt es bei einer selbst zusammengestellten Katzenration nicht nur darauf an, wie viel Fett enthalten ist, sondern auch darauf, welche Fettsäuren das Fett liefert.
Fett und Fettsäuren – einfach erklärt
Fett und Fettsäuren gehören zusammen, sind aber nicht dasselbe. Fette bestehen aus verschiedenen Fettsäuren. Während Fett der Katze vor allem Energie liefert, übernehmen bestimmte Fettsäuren darüber hinaus wichtige Aufgaben im Körper.
Nicht jedes Fett enthält die gleichen Fettsäuren. Butter oder Schmalz liefern beispielsweise viel Fett und damit Energie, enthalten aber andere Fettsäuren als Fischöl. Deshalb kann eine Mahlzeit zwar genügend Fett liefern, aber trotzdem bestimmte Fettsäuren nicht in ausreichender Menge enthalten. Umgekehrt enthält Fischöl zwar wertvolle Fettsäuren, wird aber nur in kleinen Mengen gefüttert. Es kann deshalb fehlendes Fett als Energielieferant nicht ersetzen.
Für eine ausgewogene Ernährung sollten daher beide Aspekte berücksichtigt werden: ausreichend Fett für die Energieversorgung und eine passende Versorgung mit wichtigen Fettsäuren.
Welche Rolle spielt Fett beim BARF?
Gerade bei der Rohfütterung stellt sich häufig eine ganz praktische Frage: Was tun, wenn das Fleisch sehr mager ist?
Ein Blick auf die natürliche Ernährung der Katze hilft bei der Einordnung. Eine Katze frisst von ihrer Beute normalerweise nicht nur mageres Muskelfleisch. Auch Haut, Fettgewebe und andere energiereiche Bestandteile gehören dazu. Dadurch nimmt sie mit der Beute neben Eiweiß auch Fett als wichtigen Energielieferanten auf.
Wird beim BARF dagegen überwiegend sehr mageres Fleisch verwendet, kann dieser natürliche Fettanteil fehlen. Die Ration liefert dann zwar hochwertiges Eiweiß, aber unter Umständen nicht genügend Energie.
Durchwachsenes Fleisch ist die einfachste Lösung
Am einfachsten lässt sich der natürliche Fettanteil über Fleisch mit etwas Fettgewebe erhöhen. Sehr magere Fleischsorten wie Hähnchen- oder Putenbrust können beispielsweise mit fettreicheren Fleischstücken kombiniert werden. Hähnchenkeulen mit Haut liefern durch die Haut und das darunterliegende Fettgewebe zusätzliches Fett. Das Fleisch kann vom Knochen gelöst und zusammen mit der Haut und dem Fett verwendet werden. Das Auslösen des Fleisches vom Knochen erfordert zwar etwas Zeit, lässt sich mit einem scharfen Messer und etwas Übung aber meist gut bewältigen.
Fettarmes Fleisch ergänzen
Bei sehr magerem Fleisch kann zusätzliches tierisches Fett sinnvoll sein, um den Energiegehalt der Mahlzeit zu erhöhen. Als praktische Orientierung können Sie etwa 40 g tierisches Fett pro Kilogramm Fleisch verwenden. Das entspricht ungefähr 50 g Butter.
Diese Menge ist nur ein Richtwert. Je nach Fettgehalt des Fleisches, Aktivität, Körperzustand und Energiebedarf der Katze kann mehr oder weniger Fett sinnvoll sein.
Geeignet sind beispielsweise naturreines Gänse-, Enten- oder Schweineschmalz. Achten Sie beim Kauf darauf, dass das Schmalz keine Zwiebeln, Gewürze oder andere Zusätze enthält. Auch Butter wird von vielen Katzen gerne angenommen. Sie enthält nur geringe Mengen Laktose und wird deshalb häufig gut vertragen. Bei empfindlichen Katzen kann laktosefreie Butter eine Alternative sein.
Butter oder festes tierisches Fett sollte nicht erhitzt werden. Lassen Sie es bei Zimmertemperatur weich werden und mischen Sie es anschließend gründlich unter das Fleisch..
Wie viel Fett ist sinnvoll?
Fett ist eine wichtige Energiequelle. Enthält eine selbst zusammengestellte Mahlzeit dauerhaft sehr wenig Fett, kann sie zu wenig Energie liefern. Das kann sich beispielsweise darin zeigen, dass die Katze trotz ausreichender Futtermenge ihr Gewicht nicht hält oder nach dem Fressen weiterhin hungrig wirkt.
Umgekehrt sollte nicht einfach möglichst viel Fett ergänzt werden. Zu viel Fett kann die Mahlzeit sehr energiereich machen und bei manchen Katzen Verdauungsprobleme verursachen. Wird über längere Zeit mehr Energie aufgenommen, als die Katze benötigt, kann dies außerdem zu einer Gewichtszunahme führen.
Deshalb sollte die Fettmenge zum individuellen Energiebedarf der Katze und zur Zusammensetzung der gesamten Ration passen.
Fett ist nicht gleich Öl
Ein weiterer Punkt, der bei der Katzenernährung häufig zu Verwirrung führt: Fett und Öl sind nicht dasselbe.
Das Fett aus fettreichem Fleisch, Butter oder Schmalz dient in erster Linie als Energielieferant. Gleichzeitig enthält es verschiedene Fettsäuren. Öle können dagegen gezielt zur Versorgung mit bestimmten Fettsäuren eingesetzt werden. Ein Öl ersetzt deshalb nicht einfach tierisches Fett, wenn eine Mahlzeit zu wenig Energie liefert.
Warum die Zusammensetzung der Fettsäuren wichtig ist und welche Fettsäuren Katzen benötigen, schauen wir uns im nächsten Abschnitt genauer an.
Welche Fettsäuren sind für Katzen wichtig?
Katzen benötigen bestimmte Fettsäuren über die Nahrung. Zu den essenziellen Fettsäuren gehören unter anderem die Omega-6-Fettsäuren Linolsäure und Arachidonsäure. Arachidonsäure ist für Katzen besonders wichtig, da sie diese über die Nahrung aufnehmen müssen. Sie wird unter anderem für die Bildung körpereigener Botenstoffe benötigt und spielt eine Rolle bei natürlichen Entzündungs- und Abwehrreaktionen. Auch die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA spielen eine wichtige Rolle in der Katzenernährung. Sie werden für verschiedene Körperfunktionen benötigt und können dabei helfen, die natürlichen Entzündungsreaktionen des Körpers zu regulieren.
Das Verhältnis von Omega-6 und Omega-3
Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren erfüllen unterschiedliche, aber wichtige Aufgaben im Körper. Dabei kommt es nicht nur darauf an, dass beide vorhanden sind, sondern auch auf ihr Verhältnis zueinander.
Wie viel Omega-6 und Omega-3 im Fleisch enthalten ist, kann unter anderem von der Haltung und Fütterung der Tiere abhängen. Fleisch von Weidetieren kann beispielsweise mehr Omega-3-Fettsäuren und ein günstigeres Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 enthalten als Fleisch von Tieren, die überwiegend mit Getreide gefüttert werden.
Omega-6-Fettsäuren sind deshalb nicht grundsätzlich schlecht und Omega-3-Fettsäuren nicht automatisch besser. Beide gehören zu einer ausgewogenen Ernährung.
Bei einer fleischbasierten Ernährung ist die Versorgung mit Omega-6-Fettsäuren in der Regel bereits gut abgedeckt. Bei Omega-3-Fettsäuren kann eine zusätzliche Quelle wie Fischöl sinnvoll sein, um die Versorgung gezielt zu ergänzen.
Worauf sollte man bei Ölen achten?
Wenn Sie ein Öl zur Ergänzung einer selbst zusammengestellten Katzenration verwenden, sollte es zur gewünschten Versorgung mit Fettsäuren passen. Fischöl kann beispielsweise die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA liefern.
Achten Sie auf ein hochwertiges und schonend verarbeitetes Öl. Kaltgepresste Öle können dabei eine gute Wahl sein. Bei Fischöl ist außerdem wichtig, dass es vor Licht, Wärme und Sauerstoff geschützt wird. Die enthaltenen Omega-3-Fettsäuren sind empfindlich und können durch ungünstige Lagerung beeinträchtigt werden. Öle sollten deshalb entsprechend den Herstellerangaben gelagert und dosiert werden. Nach dem Öffnen ist es sinnvoll, das Öl möglichst frisch zu verwenden und vor Licht und Wärme zu schützen.
Mehr Öl ist dabei nicht automatisch besser. Die benötigte Menge hängt von der Zusammensetzung der gesamten Ration und der verwendeten Ölquelle ab.
Zusammengefasst
Fett und Fettsäuren gehören eng zusammen, sind aber nicht identisch. Fett liefert der Katze vor allem Energie und ist ein natürlicher Bestandteil ihrer Nahrung. Bestimmte Fettsäuren übernehmen darüber hinaus wichtige Funktionen im Körper und müssen über die Nahrung aufgenommen werden.
Gerade bei BARF-Rationen mit sehr magerem Fleisch sollte deshalb darauf geachtet werden, dass ausreichend Energie zur Verfügung steht. Zusätzliches tierisches Fett kann dabei eine einfache Möglichkeit sein, den Energiegehalt der Mahlzeit zu erhöhen.
Für eine ausgewogene selbst zusammengestellte Katzenration kommt es daher nicht nur darauf an, wie viel Fett enthalten ist, sondern auch darauf, welche Fettsäuren es liefert. Ausreichend tierisches Fett ist für die Energieversorgung wichtig. Hochwertige Öle wie Lachsöl können die Versorgung mit bestimmten Fettsäuren sinnvoll ergänzen, sind jedoch optional.
Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Zubereitung der Katzenmahlzeiten. Und wenn Sie Fragen haben
sollten, rufen Sie uns einfach an. Wir stehen gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Autorin: Nicole Kipp-Meilwes
• FEDIAF (2025): Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs.
European Pet Food Industry Federation.
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• Daley, C. A., Abbott, A., Doyle, P. S., Nader, G. A. & Larson, S. (2010):
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• Morris, J. G. (2004): Do cats need arachidonic acid in the diet for reproduction?
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